[Rezension]: Das Leuchten der Purpurinseln – Doris Cramer

Cover

Antwerpen, 1520. Da ihr Vater im Sterben liegt, müssen sich Mirijam und Lucia Van de Meulen auf eine gefahrvolle Reise nach Andalusien begeben, wo sie bei Verwandten ein neues Leben beginnen sollen. Doch auf hoher See geraten sie in Gefangenschaft und werden nach Afrika gebracht. Dort wird Lucia in einem Harem eingesperrt, während Mirijam als Sklavin derart gefoltert wird, dass sie die Sprache einbüßt. Sie überlebt allein dank der Hilfe eines maurischen Heilers. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg nach Mogador, der Stadt der Purpurschnecken. Dort lernt Mirijam nicht nur die Kunst des Färbens und des Heilens, sondern auch die Liebe kennen …

Eigene Meinung:

Ich muss ehrlich sagen, dass ich das Buch nicht so gut fand. Es war zwar spannend an manchen Stellen, aber im Großen und Ganzen hat es mir nicht so wirklich zugesagt.

Zunächst einmal zum Prolog: Der Prolog ist ganz gut und auch recht spannend geschrieben. Wir lernen Aziza kennen, die als Heilerin tätig ist. Im Prolog führt sie eine Operation an ihrem Ausbilder aus. Ihre Tätigkeit wird sehr genau beschrieben, was einem hilft sich den Operationsverlauf recht gut vorzustellen. Man kriegt erste Einblicke in ihr Leben. Mit dem erfolgreichen Ende der Operation endet auch der Prolog. Leider erfüllt der Prolog aber nicht seine Aufgabe. Meiner Meinung nach sollte ein Prolog recht kurz und bündig viel Spannung aufbauen und seinem Leser keinerlei Hinweise zum Verlauf der Geschichte geben. Beim Lesen des Prologs fällt einem ja auch nichts auf. Man denkt sich „Super. Eine spannende Geschichte.“ Aber sobald man in die eigentliche Geschichte einsteigt, merkt man, dass der Prolog einem schon vieles vorweg genommen hat. Mirjam ist Aziza und sie überlebt also die Gefangenschaft..Da ich ja über Aziza im Prolog schon gelesen habe, wurde mir eigentlich die Spannung weggenommen, denn jetzt weiß ich ja, dass es unserer Protagonisten recht gut gehen wird..

Nun zur eigentlichen Geschichte: Wir lernen zu Beginn die Familie von Mirjam kennen. Ihre Familie besteht aus ihrem Vater, ihrer Schwester und einigen Angestellten, die sie sehr ins Herz geschlossen hat. Man erfährt auch, dass der Vater todkrank ist und seine Töchter deswegen nach Spanien zu Verwandten schicken möchte. Ein Verwandter, Jacob Cohn, der auch der Anwalt der Familie ist, ist nicht ganz so wie er sich gibt. Er ist also einer der Bösewichte im Buch. Bei der Abreise spricht er mit dem Kapitän des Schiffes und schon wieder wird einem die Spannung genommen, denn nun weiß man im Grunde ja, dass Cohn etwas im Schilde führt. Also noch ein Punkt Abzug..Ich hatte schon nach den ersten 100 Seiten keine Lust mehr am Lesen, weil ich befürchtete, dass nichts spannendes mehr passiert. Man kann sich einfach vieles erschließen..Aber ein paar Überraschungen baut die Autorin doch noch ein, aber erst viel später..

Zunächst einmal muss der Leser sich „mit ansehen“ wie Mirjam eine Tragödie nach der anderen über sich ergehen lassen muss. Es gibt Stellen da war ich vollkommen entsetzt, was so ein 13-jähriges Mädchen alles aushalten muss. Dann wiederum denkt man sich „War ja klar, dass das jetzt kommt. Wäre ja auch nicht anders zu erwarten gewesen.“ Ich weiß nicht, ob ihr mich versteht. Für mich ist es ganz klar, aber es anderen zu erklären ist nicht sehr leicht. Die Autorin bindet ihre Spannung an die Hinweise, die einem aber die ganze Spannung wegnehmen. Natürlich ist dies ein historischer Roman, aber zu viele Informationen verderben den Lesespaß. Man erwartet schon all die Dinge, die Mirjam erleidet.

Nein, die Leiden der armen Mirjam enden einfach nicht und das obwohl sie in einem anderen Land unter einem anderem Namen lebt. Man trachtet nach ihrem Leben und sie muss fliehen, aber natürlich muss sie ihre Identität ändern. An diesem Punkt hatte ich genug davon, dass Mirjam immerzu böses widerfährt. Ja, es gibt auch ein paar gute Momente, aber es sind nur wenige..Zum Glück fällt der Blick nun auf ein paar andere Charaktere.

Nämlich auf Miguel de Alvarèz und Cornelisz van Lang. Miguel ist ein Steuermann und Cornelisz ist dem Leser schon bekannt, da er Mirjams Freund aus Antwerpen ist. Aber die Beiden haben auch kein großes Glück, denn sie sind die einzigen Überlebenden eines Schiffbruchs. Trotz einiger  Unterschiede werden sie zu Freunden und Miguel wird sogar recht erfolgreich. Cornelisz erfüllt sich seinen Traum und wird Maler, aber wie Künstler halt so sind, ordnet er als unter die Kunst. Deswegen verliert er auch ein paar Sympathiepunkte meinerseits, denn zu Beginn war er noch nicht so..nennen wir es mal „anstrengend“. Miguel ist mir als Charakter von Anfang an recht sympathisch und ihn habe ich auch die ganze Zeit angefeuert.

Tjaa..und wie das halt so ist, gibt es natürlich auch eine Liebesgeschichte. Ab hier hatte die Autorin wieder meine volle Aufmerksamkeit. Miguel und Mirjam sind ein tolles Paar. Auch wenn zunächst einiges noch nicht all zu gut für die Beiden läuft, endet ihre Geschichte mit einem Happy Ending.

Fazit:

Die erste Hälfte des Buches war eher lahm und man konnte vieles voraussehen, was einem die Freude am Lesen sehr genommen hat, aber dafür war die zweite Hälfte umso besser. Trotzdem würde ich das Buch nicht aus ganzem Herzen empfehlen können, weil ich mich wirklich zwingen musste die ersten 200-300 Seiten zu lesen und nicht zu überspringen.

Vielen herzlichen Dank an den  für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Liebe Grüße

Cherry

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