Die Französische Revolution + Doku

Die Hauptursachen der Französischen Revolution liegen in der katastrophalen Finanzlage und in dem veralteten politischen sowie gesellschaftlichen System. Ludwig XVI. versuchte Reformen einzuführen, die die Beseitigung von Feudal-und Zunftrechten sowie eine allgemeine Grundsteuer beinhaltete. Das Problem hierbei war jedoch, dass durch die Einführung einer allgemeinen Grundsteuer die ersten beiden Stände ihre Steuerbefreiung verlieren würden. Deswegen lehnten sie sich dagegen auf. Als der Druck von den unteren Ständen immer größer wurde, musste Ludwig XVI. sich direkt an Adel und Klerus wenden durch die Einberufung de Notablnversammlung 1787. Jedoch widersetzte sich diese Versammlung ebenso wie das Pariser Parlament, das 1788 einberufen wurde, gegen diese Reformen. Dieser Widerstand bzw. diese Adelsrevolte ist ein wichtiger Auslöser für die Revolution.

Aufgrund seiner Machtlosigkeit war Ludwig XVI. gezwungen am 05.Mai.1789 die Generalstände einzuberufen. Diese Generalstände waren eine nach Ständen gegliederte Vertretung des Volkes. Das Problem in den Generalständen war jedoch, dass obwohl der dritte Stand die meisten Abgeordneten besaß, es jedoch kaum mitbestimmen konnte, da der Abstimmungsmodus nicht nach Stimmen, sondern nach Ständen war. Somit wurden die ersten beiden Stände begünstigt. Der dritte Stand forderte nach einem Abstimmungsprinzip nach Anzahl der Personen. Diese Forderung wurde jedoch von Ludwig XVI. angelehnt, woraufhin sich der dritte Stand und ein paar aus den ersten beiden Ständen sich am 17. Juni.1789 zur Nationalversammlung erklärten. Der König forderte den dritten Stand zur Rückkehr in die alte Ordnung auf. Dieser weigerte sich jedoch mit dem Ballhausschwur am 20.Juni.1789. In dem sie sich schwören nicht auseinanderzugehen bis eine Verfassung ausgearbeitet sei. Das Ziel der Nationalversammlung war eine Reform der Verfassung, die den Bürgern ein politisches Mitspracherecht gab. Obwohl der König die Nationalversammlung am 27.Juni.1789 anerkannt hatte, herrschte immer noch eine Unsicherheit im Volk. Diese Unsicherheit entlud sich dann in dem Sturm auf die Bastille am 14.Juli.1789. Das Volk eroberte die Bastille, die das Symbol der absolutistischen Herrschaft darstellte. Es kam zu weiteren Aufständen und Erhebungen, sodass die ersten beiden Stände auf ihre Privilegien verzichteten, also die Abschaffung der Feudalität am 4./5. August. 1789. Am 26.August.1789 proklamierte die Nationalversammlung die Menschen-und Bürgerrechte. Diese Anfangserfolge stärkten das Selbstbewusstsein der unteren Stände, sodass sie nach konkreteren Erfolgen, wie z.B. eine bessere Lebensmittelversorgung forderten. Mit dem Zug der Marktweiber nach Versaille am 5./6. Oktober.1789 waren der König sowie die Nationalversammlung gezwungen nach Paris überzusiedeln. In Paris standen sie unter der Kontrolle der Sansculotten.

Das Ziel der Revolution war es jedoch nicht den König zu stürzen oder die Monarchie abzuschaffen. Man wollte den König an eine Verfassung binden, also man wollte aus dem Absolutismus eine konstitutionelle Monarchie schaffen. Diese Einstellung änderte sich jedoch mit Fluchtversuch des Königs am  21.6.1791. Die radikaleren Gruppen waren nun für eine Absetzung des Königs, wobei die gemäßigten Gruppen weiterhin an der konstitutionellen Monarchie hielten. Der Fluchtversuch wurde fürs Erste als Entführung dargestellt. Unter diesen Umständen war Ludwig XVI. gezwungen die Verfassung am 3.September.1791 zu unterzeichnen.

Die anderen Mächte beobachteten die Geschehnisse in Frankreich mit Sorge. Sie waren besorgt darüber, dass es auch in ihren Ländern zu Aufständen kommen könnte, deswegen erklärten sich der König von Österreich sowie der preußische König in der Deklaration von Pilnitz (27.August.1791) solidarisch mit Ludwig XVI. und drohten ihm indirekt mit militärischen Eingriffen. Auf diese Deklaration reagierten die Franzosen mit Empörung und erklärten am 20.April.1792 Österreich den Krieg. Diesem Krieg stimmte Ludwig nur zu, in der Hoffnung, dass Frankreich besiegt wurde, damit er wieder an seine alte Machtposition kam.

Der Krieg verlief sehr zugunsten Frankreichs. Der Herzog von Braunschweig schaffte es bis nach Paris vorzudringen. In seinem Manifest drohte er den Franzosen mit der Zerstörung Paris, falls Ludwig XVI. etwas zustoßen sollte. Dieses Manifest war der Grund für Verhaftung des Königs (durch die Erstürmung der Tuilerien am 10.August.1792), da dadurch die Verbindung des Königs mit dem Feind bekannt wurde. Danton ließ alle inhaftierten „Revolutionsfeinde“ ermorden (Septembermassaker vom 02.-06.September.1792). Am 21. September.1792 wurde die Republik durch die neue, nach allgemeinem Wahlrecht gewählte Volksversammlung proklamiert. Der König wurde am 21.Januar.1793 hingerichtet. Seine Hinrichtung löste eine gegenrevolutionäre Bewegung aus, die die Republik beinahe wieder zerstört hätten. Weiterhin führte die Hinrichtung zum Beitritt Englands in die antifranzösische Koalition, sodass Frankreich gezwungen war zu einer totalen Mobilmachung, der Levee en masse im August 1793. Die neue Taktik brachte auch viele Erfolge auf dem Land.

Aber die Republik wurde nicht nur von außen bedroht, sondern auch von innen. Es gab viele Aufstände, die von den Sansculotten gewaltig niedergeschlagen wurden. Aus der Republik wurde eine „Diktatur des Schreckens“. Hauptfigur war Robespierre, der das Land tyrannische regierte. Am 27.Juli.1794 wurde dieser jedoch verhaftet und am nächsten Tag hingerichtet. Somit endete die gewaltsame Phase der Republik. Nach der Hinrichtung Robespierres begann die Herrschaft der Thermidoraner, die wieder zurück zu den gemäßigten, bürgerlichen Grundsätzen wollten. Aber auch diese neue Regierung wurde durch Aufstände und Terror bedroht, sodass man einen ersten Staatsstreich im September 1797 ausführte und am 9.November.1799 einen zweiten. Von da an war Napoleon Bonaparte „Erster Konsul“ und erklärte die Revolution für beendet.

Quelle: Sellen, Geschichte 2

Nochmal als Film:

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